Freier Montag…

Sonst ist dieser immer sehr schön und ich kann auch viel erledigen. Aber heute habe ich mich von 8 Uhr an  ziemlich langsam bewegt. Trotz meiner vermaledeiten LWS-Bandscheibenschmerzen konnte ich dann doch vieles in der Wohnung machen. Vom Balkon die nun trockene Wäsche vom Wäscheständer abgenommen und erst einmal zusammen gelegt für die Bügelwäsche oder direkt schon in den Schränken und Schubladen verstaut. Den Wäscheständer zusammengefaltet und an seinen Platz gestellt. Das alles hat bis fast 9:30 Uhr gedauert. Das Telefon klingelt und das Zentrum für Physiotherapie sagt mir Bescheid, dass der Termin heute nicht stattfinden kann. Ich hatte noch nicht gefrühstückt und holte dies nach mit 4 Scheiben Toastbrot. Danach legte ich mich ersteinmal kurz hin. Meine Bettwäsche habe ich dann auch noch abgezogen und die Wäsche gleich in die Maschine und wollte sie anstellen. Hatte ich nur noch eine Handvoll Waschpulver. Ich versuchte meinen Mitarbeiter zu erreichen. Meine Besorgungshilfe hatte heute auch viel zu  tun, aber ging dann noch einmal los und holte mir Waschpulver, Tomaten, Toastbrot, Lyoner und Miracle Wip. Und danach ist er sogar noch bei meiner Apotheke vorbei mit zwei Rezepten und hat die vorbestellten Medikamente gebracht. Ja wenn ich nicht meinen lieben Freund und Helfer hätte, da würde ich schön dumm dastehen.

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So wie heute und die letzten vier Wochen, da war meine Haushaltshilfe auch nicht da. Es gab immer irgendeine Endschuldigung. 2 Tage Wochenend-Urlaub und danach krank. Ja da habe ich auch keine Hilfe beim Duschen. Der Katheder für den Anschluss an die Dialyse muss ganz akribisch genau mit einem Duschpflaster – einer durchsichtigen Folie – abgeklebt werden. Dies ist eine ganz blöde Bastelei, für jemand, der solche Dinge nie im Leben praktiziert hat, also in der Pflege tätig war, sondern nur im Büro beim Professor in einer Spezialambulanz. Also ist dieser Hintergrund auch nicht gerade förderlich für eine Haushaltshilfe, die alles reinigen muss und so keimfrei wie möglich sich selbst präsentiert und auch so die Arbeit ausführ, tist schon sehr schwer. Nun werde ich wohl wieder auf die Suche gehen müssen. Nach einer Pflegekraft für dreimal in der Woche, die aber auch gleichzeitig das Bad wieder putzen kann und das Apartementzimmer kurz staub saugen kann. Und am Wochenende kommt und die Wohnung dann gründlich putzt mit Fenster putzen und Gardinen waschen und so weiter.

Meine Aktivitäten gingen weiter, ich musste dringend die Abrechnung für meine Begleitperson zum einkaufen erledigen und den Betrag überweisen. Das ging auch ganz gut und schnell. Danach die Waschmaschine anstellen und die Spülmaschine. Es rauschte ganz schön bei mir im Blätterwald.

Dazwischen legte ich mir die neue Bettwäsche zurecht und musste mich erst einmal wieder hinsetzen. Also ein wenig am PC im Facebook geguckt was es neues gibt. War nicht so viel Sehenswertes. Also schaute ich im KDP-Amazon.de wie weit die Statistiken sind. Im Juni waren es 577 Exemplare bei der Werbeaktion, die für 0,00 € heruntergeladen wurden, vom 1.8.-3.8.13, da endete die Aktion, waren es dann zusammen 2.043 verkaufte Exemplare.

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Danach hängte ich meine gewaschene Bettwäsche wieder auf den Wäscheständer und musste wieder ausruhen. Nach kaum 10 Minuten sprang ich auf und fing an, das Spannbetttuch über die Matratze zu fummeln. Es klappte aber sehr gut. Also alle weiteren Kissen und Zudecke vom Balkon geholt und wieder bezogen.

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Ich musste mir unbedingt was kochen, es war bereits 18 Uhr und im Fernseh lief: Verbotene Liebe. Also suchte ich mir zunächst alle Utensilien und Zutaten zusammen. Dabei räumte ich meine Kiste auf mit all den ganzen Tupperdosen und Schüsseln, die ich habe. Zeitgleich räumte ich die Spülmaschine aus und stellte alles wieder fein säuberlich auf den Platz.

Nach dem Essen muss ja auch wieder der Herd und die Spüle gereinigt werden. Der Topf in dem die Nudeln gekocht wurden und die Pfanne muss ich nun noch alles machen.

Es also 19:45 Uhr und noch immer 32 Grad heiß und sehr bedeckt. Die Bettwäsche ist fast trocken.

Nun muss ich für mogen zur Dialyse alles zusammen heraussuchen und bereit legen und meine Medikamente für morgen in das Verteilkästchen vorbereiten.

Das war nun mein freier Montag.

Was soll ich dazu sagen? Dabei wollte ich heute gar nichts machen und mur herum lümmeln und lesen.

 

 

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Über wartezeitblog

Barbara Eyrich wurde 1949 in Bremen geboren und lebt heute in Mörfelden-Walldorf, Nähe Flughafen Frankfurt/Main. Sie ist geschieden und hat eine Tochter, die mit Ehemann und Sohn in Rodgau lebt und seit 2010 schriftstellerisch tätig ist. Vor der Transplantation war Barbara Eyrich als Immobilienmaklerin selbständig in Frankfurter Büros, Mörfelden-Walldorf und als Inhaberin eines eigenen Büros in Dreieich-Sprendlingen tätig. Durch verschiedene Nebentätigkeiten konnte sie sich über „Wasser“ halten. Sie engagierte sich für die Selbsthilfe und leitete von 2005 - 2012 zwei Selbsthilfegruppen und gründete 2007 auch eine Lungensportgruppe im Bereich Lungenemphysem-COPD. Nach der Transplantation hat sie sich von diesen Aufgaben zurückgezogen um sich ganz auf die Rehabilitation zu konzentrieren. Die Website der Autorin: http://wartezeitbog.wordpress.com Die Autorin im Internet: https://www.facebook.com/barbara.eyrich *** Juni 2013 Copyright © der Originalausgabe Barbara Eyrich | Mörfelden-Walldorf | barbara.eyrich@googlemail.com Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung der Autorin wiedergegeben werden. Titelbildgestaltung: Claus-Gregor Pagel
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